Sommer 1994, Part One

Sie war die Freundin einer Bekannten einer Freundin. Wir trafen uns in dieser Diskothek, deren DJ “500 Miles” von den Proclaimers für Indiemusik hielt und deren Türsteher uns wegen Kiffens rausschmeissen wollte, wo wir doch nur indonesische Nelkenzigaretten rauchten.
Sie war gerade aus Australien zurück und dort mit echten Surferboys zusammengewesen. Sie war drei Ligen zu hoch für mich. Wir hingen die ganze Nacht zusammen, ich merkte dennoch erst auf der Heimfahrt, wie toll ich sie fand.
Die Freundin der Bekannten organisierte weitere Treffen, wir blieben im Gespräch. Irgendwann tauschten wir Telefonnummern. In einem Moment totaler Traurigkeit fanden sich Wochen später unsere Hände, Lippen.
Sie nahm mich mit im Ascona ihrer Mutter, wir ließen uns treiben, ich fühlte mich unheimlich frei, wenn wir nachts ins Freibad einbrachen oder irgendwo im Nirgendwo auf einem Parkplatz unter offenem Himmel schliefen. Ich und das tollste Hippiemädchen unserer kleinen Stadt.
Dann fuhr sie nach Paris und schickte mir eine Karte. “Dir würde es hier gefallen”, schrieb sie. Und liebe Grüße von der Bekannten der Freundin.
Dann fuhr ich nach Finnland. Ich las traurige Bücher, schlug mir den Schweiß von der Haut in holzbefeuerten Saunen und schwamm träumend durch die Seen. Am liebsten Nachts. Und ich dachte an sie, an ihre schönen grünen Augen mit dem braunen Fleck darin und das Freibad zuhause und wie wir nackt durch den ruhenden Ströungskanal schwebten und ich hörte fortwährend dieses eine Lied.

Als ich zurückkam, machte sie Schluss.

graubrot.net

… ist übrigens auch eine URL, die zu diesem Blog führt. Das tut sie zwar schon seit rund zwei Monaten, aber ich komm ja zu nix und deshalb erst jetzt:

Herzlichen Dank, Michael, für die Geduld beim Verkauf und beim Umzug und hoffentlich auch beim Warten auf diese Credits!

How to name your Schrebergarten properly

Da liegt doch der Hund begraben!

Märchenstunde 4: Der Wolf und die sieben Geißlein


(Quelle)

Sollte hier überhaupt noch irgendjemand lesen und sollte diese Person je nicht Spreeblick lesen (was ich sehr schade fände, ich bin nämlich gern Mitautor dort), dann mag diese Information neu sein:
Es gibt eine vierte Märchenstunde von Max und mir! Gut, eigentlich ist es die fünfte und sie ist auch nur eine halbe Stunde lang, auch weil ich das Märchen doof finde, aber hey!

Mehr erfahrt ihr im Podcast:
Märchenstunde 4 – Der Wolf und die sieben Geißlein