Du Experte

Ich habe nicht so den Plan von Technik. Ich mag die Idee, dass sich Menschen aufgrund ihrer jeweils spezifischen Fähigkeiten helfen. Deshalb hoffe ich darauf, dass andere mir meine Technik so machen, dass sie mir hilft.

In dieser Hoffnung habe ich mein Netbook mit so ner komischen Linux-Version drauf einem “Experten” auf Arbeit in die Hand gegeben, um es so zu konfigurieren, dass ich ins W-Lan auf Arbeit komme. Hat er nicht so ganz geschafft, der Herr. Dafür ist es ihm gelungen, irgendwas einzustellen, was es mir unmöglich macht, das Netbook zuhause ans Netz zu bringen. Das ging, bevor der Experte seine Finger an dem Gerät hatte.
Toll.
Noch toller, dass er so ein sozial inkompetenter Nerd war, der auf meinen Versuch, sein Tun nachzuvollziehen, mit Kommunikationsverweigerung reagierte, so dass ich jetzt noch nicht einmal den leisesten Schimmer habe, was ich wie rückgängig machen könnte.
Wichtige Dateien vom Gerät nehmen. Betriebssystem neu aufspielen, Updates installieren, wieder bei Null anfangen.
Und ein paar Stunden Zeit vergeudet.
Experte.

No Reli

Die Initiative “Pro Reli”, die in Berlin das abgeschaffte Schulwahlpflichtfach Religion wieder einführen will, wirbt damit, dass sie dafür kämpfe, dass sich die Schüler (oder deren Eltern, ähem) frei zwischen Religions- und Ethikunterricht entscheiden können sollen, während sie momentan alle gemeinsam in einen Ethikunterricht gehen (und Religion freiwillig nebenher machen können).
Nicht nur, dass gemeinsames Lernen und Diskutieren von Werten und Glaube nur gut sein kann, während das nach Bekenntnis getrennte Pauken separiert, der von “Pro Reli” zur Volksabstimmung gebrachte Regelungsentwurf versteckt hinter der angeblichen Wahlfreiheit einen ganz miesen Kulturkampf. Ging es beim ursprünglichen noch um Katholiken gegen Protestanten, versuchen nun sich liberal gebende Christen ganz klammheimlich nicht-christlichen Religionsunterricht abzuschaffen. Aber lest selbst:

Alke Wierth in der taz:

“Pro Reli” stört Reli-Unterricht

Sollte der Volksentscheid Erfolg haben, wäre das wohl das Aus für manchen Religionsunterricht, der bisher an Berlins Schulen erteilt wird. Denn es fehlt auf lange Sicht an qualifizierten LehrerInnen.

Wir müssen diesen verbohrten Jesusfreaks entgegenstehen, wenn es uns um Toleranz und Vielfalt in Berlin gehen soll. Und das nicht erst mit einer Gegenstimme beim Volksentscheid am 26. April. Schon vorher. In dem wir alle offen gegen “Pro Reli” agitieren.

Mehr hier.

Pein am Pissoir

Eigentlich mag ich Pissoirs.
Im Kino hängt da oft pseudopassende aber irgendwie unterhaltsame Werbung. Im Fußballstadion machen angetrunkene Kuttenfans Sprüche zur Penislänge der Pinkelnachbarn. In vielen Kneipen sind da so kleine grüne Plastikgitter eingebaut, auf denen ein Tor steht, in das mann einen kleinen Ball pullern kann, der auffällig oft orange ist (gibt es aber auch in gelb oder blau). Auf Familienfesten ist das der Ort, an dem es einerseits peinlich ist, den ganzen Verwandten so nackt zu begegnen, anderseits lockert dieses Schangefühl auch irgendwie die claninternen Hierarchien auf, wenn mann da so in Reih mit Glied in der Hand steht.

Unschön aber ist der Gang aufs Pissoir bei Veranstaltungen, die “interessierte” Rentner besuchen. Beispielsweise philosophische Ringvorlesungen oder Gastvorträge berühmter Vertreter der klassischen Archäologie. Da triffst Du im Kloraum auf Männer, die vor lauter Humanismus im Hirn ab Mitte 60 nicht mehr so recht können. Die Armen stehen dann vorm Becken und mühen sich trotz knallvoller Blase nur schmerzhaft ein paar Tropfen ab, brauchen ewig beim Einpacken und tattern dabei derart, dass dann dumerweise doch so ein Fleck sich am unteren Ende des Hosenschlitzes auf der khakifarbenen Hise ausbreitet. Dann nesteln sie, mitten im engen Raums stehend und peinlich von ihrem mitleidserregenden Gebahren berührt, unendliche Minuten am Reissverschluss, um endlich den Wollpollunder möglichst tief über die Hose zu ziehen, damit außerhalb der Toilette keiner ihr Malheur bemerken möge. Oft waschen sie sich dann ihre Hände nicht. Wenn doch, dauert es ewig, was die Waschbecken blockiert.
Da bleibt die Würde des Alters vor der Klotür. Die Angst vor der Vergreisung aber nimmt dem eigenen Urinieren die Erleichterung.

february made me shiver

seit tagen ist berlin schneeweiß. und seitdem maulen ganz viele rum, dass sie jetzt keinen bock mehr auf den schnee hätten. im dezember wäre das schön gewesen, vielleicht auch noch im januar. aber jetzt? bitte nicht.

liebe leute,
auch wenn der klimawandel dazu führt, dass es wärmer wird, die jahreszeiten nicht mehr so eindeutig sind und sich so verschieben, dass alles früher anfängt und entsprechend früher auffhört, februar ist winter. mitten drin. kalendarisch sowieso, denn der kalendarische winter ist vom 21. dezember bis zum 20. märz. meterologisch haben wir auch noch eine gute woche bis zum frühlingsANFANG. Und wenn ihr 30 jahre zurückschaut, in den sogenannten katrastophenwinter 1978/79, dann habt ihr das gleiche grundmuster wie heute nur in krass. schnee zu jahreswechsel und schnee mitte februar.

das ist normal. das gemaule über das jeweils falsche wetter aber leider wohl auch.

Kind und Karriere

Meine Idee, Kind und Karriere zu vereinen, löst sich gerade in Luft auf.

Die Idee war, kurz gesagt, beide Eltern arbeiten Teilzeit, damit beide viel Zeit fürs Kind aber auch Beziehung sowie Haushalt haben und dennoch reicht das Geld für ein kleines feines Leben und die Jobs stellen eine Herausforderung dar.

Die Kohle, die sich mit Jobs verdienen lässt, die es als Teilzeitstellen gibt, reicht zwar knapp für ein kleines Leben, aber fein können wir streichen. Eigentlich braucht familie heute in der BRD mehr als ein volles Gehalt fürs dauerhaft gute Leben. Also reichen auch rein rechnerisch zwei halbe Gehälter kaum aus, um eine Familie auf mindestens mittlerem Niveau dauerhaft zu ernähren.
Abgesehen von der wirtschaftskriseligen Frage, ob mensch überhaupt nen Job bekommt, bedeutet das, mindestens ein Elternteil hat keine rechte Zeit für Kind, Beziehung und so. Vielleicht ist das nur meine persönliche Sicht, weil ich neben dem Job noch so hohe Ansprüche an mein Familienleben inklusive ausufernder Sozialkontakte und Hobbies habe. Sicher ist das so ne Art Luxusproblem für viele. Vielleicht ist das Leben aber auch mehr als Maloche und Feierabend abgeschafft mit der Bierpulle vor der Glotze und das Kind nur am Sonntagmittag wach erleben.
Sicher, Kinder werden größer, sie gehen in die Kita und zur Schule, dann sind sie eh viel außer Haus, da können die Eltern dann auch getrost Geldverdienen in dieser Zeit. Aber das sind eben keine 50 bis 60 Stunden die Woche. Und die sollten schon für’s täglich Brot aufgewendet werden, damit es auch mal Torte gibt. Das ist kein Problem für viele jungdynamische Kinderlose. Aber mit dem Nachwuchs hat mensch bei solcher Arbeitszeit nur perifer Kontakt. Dafür hab ich den nicht gezeugt. Also keine Torte. Dafür Kompromisse. Und vielleicht ein anderes Bier.
Wie das Land, so die Familienpolitik. Entweder Kind oder Karriere. Der fremde Mann, der Dir Deinen Snowboardurlaub finanziert, ist übrigens dein Vater, mein Kind. Und die Frau, die sich so nett um Dich kümmert, ist die Erzieherin aus der Kita, Mama ist auf Dienstreise.

Versteht jemand, was ich problematisch finde? Ich hätte in den kommenden 20 Jahren neben dem Job gern noch ernsthaft Zeit für ein Privatleben mit Kind und will dennoch nicht nur trocken Brot essen. Nicht, dass es gerade so wäre, aber die Tendenz zeigt eher in diese als in die andere Richtung. Entweder Zeit fürs Kind oder Karriere und damit mehr Moneten. Man kann wohl nicht alles haben. Von wegen her mit dem schönen Leben. Oder?
Ich bin ein wenig müde. Als ich um 20:00 Uhr von der Arbeit heimkam, habe ich mich noch ein Stündchen ums Kind gekümmert, dann Ämterkram erledigt und ein paar Telefonate und Mails freundschaftlicher Natur erledigt. Ich könnte jetzt schlafen, aber wollte das mal ansprechen. Aber vielleicht bin ich zu müde, um mich verständlich zu machen. Wie wäre das erst, wenn ich eine volle Stelle hätte? Ach so ja, der Teil mit dem Kind und so Hobbies fielen dann weg. Ach nö.

Weit und breit ist alles kaputt

Der folgende Bericht ist zwar schon vier Tage alt, aber bevor das Thema komplett aus unseren Köpfen verschwindet:

Sehr geehrte Damen & Herren, liebe Freunde & Kollegen,
anbei ein Bericht über die jetzige Lage im Gazastreifen aus der Sicht
von medico und seinen Partnern. Die Weiterleitung, Verbreitung und
Veröffentlichung dieses Berichts ist erlaubt und erwünscht. Vielen Dank
auch im Namen unserer Partner für die kräftige Unterstützung in Wort und
Tat, die uns in diesen deprimierenden Tagen viel Kraft gegeben hat.
Beste Grüße aus Jerusalem
Tsafrir Cohen
Representative in Palestine & Israel
medico international e.V.
www.medico.de

Die israelischen und palästinensischen medico-Partnerorganisationen führen ihr Nothilfeprogramm im Gazastreifen fort. Die „Palestinian Medical Relief Society“ versorgt Verletzte in ihren Kliniken und verteilt Decken, Matratzen und Wasser. Die „Ärzte für Menschenrechte – Israel“ schicken notwendige Medikamente. Darüber hinaus unterstützen mehrere israelische Ärzte ihre palästinensischen Kollegen in Gaza. medico international unterstützte die Nothilfe seiner Partnerorganisationen für den Gazastreifen bisher mit 174.000 Euro.
Palestinian Medical Relief Society (PMRS)

Täglich entdecken die Mitarbeiter des medico-Partners Palestinian Medical Relief Society (PMRS) neue menschliche Tragödien. „Wir hören täglich von Verwundeten, die in und außerhalb von Gaza trotz der weltweiten Hilfsaktionen an ihren Verletzungen sterben. Viele Hunderte von Menschen werden noch immer vermisst. Ihre Familien leben in Ungewissheit, ob diese noch immer unter den Trümmern begraben liegen, oder ob sie in israelische Gefangenschaft geraten sind. Immer wieder finden wir Familien, die ohne Hab und Gut vor ihren Häusern kauern und sich in einer Art Schockstarre befinden“, berichtet der Direktor des PMRS-Nothilfeprogramms Dr. Aed Yaghi.

Die vier Basisgesundheitskliniken der PMRS sind wieder voll funktionsfähig: Sie empfangen täglich Hunderte von Patienten. Die Klinik in Jabalia ist nach wie vor 24 Stunden am Tag geöffnet. Sozialarbeiterinnen besuchen eine Familie nach der anderen, um den jeweiligen Bedarf zu ermitteln und die entsprechenden Stellen – die Physiotherapeuten oder die Ärzte der PMRS bzw. die Behörden - zu informieren. Sie verteilen Decken, Matratzen, Wasser und prüfen, welche Familie besondere psychologische oder materielle Unterstützung benötigt.

Die mobilen Kliniken fahren täglich in die am schwersten zerstörten Orte, um möglichst viele Menschen zu erreichen und niemand seinem Schicksal zu überlassen. Sie stehen vor einer riesigen Aufgabe: „Jeder bedarf Hilfe und auch wir selbst – mit all unserer Erfahrung - stehen manchmal ohnmächtig da und hoffen, dass uns persönlich jemand zu Hilfe käme.“
Ärzte für Menschenrechte – Israel (PHR-IL)

Die Ärzte für Menschenrechte – Israel (PHR-IL) schicken notwendige Medikamente und andere medizinische Hilfsgüter nach Gaza. Darüber hinaus konnten sie mehrere israelische Ärztedelegationen nach Gaza senden. Leider verbieten die israelischen Behörden die Einreise jüdischer Ärzte, sodass nur arabisch-palästinensische Israelis an diesen Missionen teilnehmen können. „Ganze Bezirke sind ausradiert worden. Es war unerträglich, sich das anzuschauen, aber wir werden zurückkehren. Unsere Ärztedelegationen müssen helfen, wo sie nur können, etwa bei Operationen in den Krankenhäusern“, sagt Dr. Salah Hajj Yihyeh von PHR-IL. „Das Gesundheitssystem von Gaza ist einfach nicht in der Lage, die Bevölkerung selbstständig zu versorgen, während die Blockade fortgeführt wird. Das ist auch unsere Art, Solidarität zu zeigen.“
Schneisen der Zerstörung und Trümmerfelder

Um sich einen Überblick über das Ausmaß der Zerstörungen und den weiteren medizinischen Bedarf zu verschaffen, ist zurzeit der deutsche Arzt Dr. Ralf Syring für medico international im Gazastreifen tätig. Er berichtet: „Es gibt zwei Arten von Zerstörungen. Zum einen die gezielte Zerstörung von ganz bestimmten Gebäuden. Zum anderen die Zerstörungen, dort wo Bodentruppen vordrangen. Die israelischen Panzer haben dort einfach alles niedergewalzt - auch Hühnerfarmen, Häuser, landwirtschaftliche und zivile Infrastruktur. Weit und breit ist alles kaputt. Ein paar verbrannte Häuser stehen noch inmitten einer Mondlandschaft. Bei solchen Angriffen wurden auch sehr viele unbeteiligte Menschen getötet.“

Ein Großteil der Industrieanlagen und der landwirtschaftlichen Betriebe wurden zerstört. Darüber hinaus wurden Schulen, Krankenhäuser, Kliniken, Wasser-, Abwasser- und Elektrizitätsinfrastruktur, sowie andere öffentliche Gebäude zum Teil schwer beschädigt. Diese müssen dringend repariert werden. Die Einfuhr von Gütern, wie Zement, Eisen, Röhren oder Ersatzteile wird jedoch fast komplett verhindert. Seit Beginn der Waffenruhe dürfen nur durchschnittlich 135 LKW-Ladungen täglich die israelischen Grenzübergänge in den Gazastreifen passieren. Um den unmittelbaren Bedarf zu decken, wären laut UN jedoch mindestens 500 LKW-Lieferungen täglich nötig. Der Zugang von humanitärem Personal hat sich seit dem 23. Januar verbessert, erreicht aber noch nicht den notwendigen Umfang.
Kritik an israelischer Blockade des Gazastreifens

medico international fordert zusammen mit seinen Partnerorganisationen PMRS und PHR-IL die Aufhebung der Blockade des Gazastreifens. Der Repräsentant von medico international in Jerusalem, Tsafrir Cohen, erklärt: „Die seit anderthalb Jahren andauernde Blockade hat zum Zusammenbruch des wirtschaftlichen und sozialen Lebens im Gazastreifen beigetragen und den Konflikt angeheizt. Eine weitere Eskalation der Gewalt ist nur mit einer politischen Lösung aufzuhalten, die für die Bewohner des Gazastreifens auch in einer schnellen Verbesserung des Alltagslebens sichtbar wird. Die Aufhebung der Blockade wäre ein solches sichtbares Zeichen.“ medico international ruft deshalb die deutsche Bundesregierung und die EU dazu auf, mit Israel und den palästinensischen Konfliktparteien zusammenzuarbeiten, um ein Ende der Blockade herbeizuführen.
Spendenaufruf Gaza

Für die Wiederherstellung der medizinischen Grundversorgung und langfristige Rehabilitationsmaßnahmen werden weitere Spenden benötigt:

Spendenkonto: medico international
Frankfurter Sparkasse
Kontonummer 1800
BLZ 500 502 01
Stichwort: „Palästina“

Online spenden (https)

Blog von Tsafrir Cohen

Bekenntniskrampf

Wir müssen diesem frommen Wahnsinn Einhalt gebieten! Pro Reli darf keinen Erfolg haben in Berlin. Die Wiedereinführung des konfessionsgebundenen Religionsunterricht in Berlin wäre ein fataler Schritt rückwärts ins unverständige Nebeneinander der Menschen.
Es war und ist völlig richtig, dass Kinder in der Schule über Religion, Glaube, Ethik, Moral unterrichtet werden. Und natürlich sahen die Lehrpläne des Religionsunterrichts an staatlichen Schulen schon bisher vor, die Kinder über anderen Glauben zu unterrichten. Aber: was haben wir davon, die Kinder nach Religion und Konfession getrennt zu unterrichten? Ich sage: Nichts. Unabhängig davon, dass der Lehrplan des Berliner Ethikunterrichts wahrscheinlich nicht optimal ist und kritische Begutachtung sowie gegebenenfalls Verbesserungen passieren müssen. Die meisten mir wichtigen Argumente direkt zum Berliner Glaubenspolitikum finden sich bereits bei Miss Sophie hier, hier und hier sowie in den dazugehörigen Kommentaren und Verlinkungen. Weiterführend unbedingt interessant ist Pro Ethik. Bei mir nur ein paar zusätzliche Punkte:

Pro Reli argumentiert unter anderem damit, dass Pflichtethik für alle Bevormundung durch den Staat ist, und wir uns das nicht gefallen lassen sollen. Das ist populistischer Schwachsinn. Denn: Schule ist immer Bevormundung durch den Staat. Und es ist die objektivere und kontrollierbarere Bevormundung als die durch Eltern oder Geistliche. Deshalb gibt es ja staatliche Kontrolle im Bildungswesen. Das ist guter Teil demokratisch organisierter staatlicher Fürsorge. Und überhaupt: Die großen Kirchen in Deutschland nutzen den Vormund Staat ja sehr sehr gerne, wenn es darum geht, für sie die Kohle einzutreiben. Stichwort: Kirchensteuer.

Religionsunterricht nach Glaubensbekenntnis an der Schule gibt es doch nur für die, die eigene Klassengrößen zusammenbekommen und deren Religionsgemeinschaften hierarchisch genug organsisiert sind, dass sie sich auf einen Religionslehrplan mit dem Staat einigen können. Also realistischerweise für Katholiken und die landeskrichlich organisierten Protestanten. Was machen derweil Moslems (oder zumindest die vielen Unterströmungen), Juden, Buddhisten, Hindus, christliche Freikrichler? Für die bleibt der Ethikzwang? Oder dürfen die dann fernab von staatlicher Kontrolle in Hinterzimmern Religionsunterricht während der offiziellen Schulzeit erhalten? DIe Folgen möchte ich mir bei manch einer Ausrichtung des jeweiligen Glaubens besser nicht ausmalen.

Von wegen staatlicher Kontrolle des Religionsunterrichts. Solange die Kirchen insofern auf die Lehrerauswahl Einfluss nehmen können, dass sie deren Ausbilder, Theologen an staatlichen Hochschulen, bei Mißliebigkeit absägen oder am liebsten Religionslehrer einstellen lassen, die ein kirchentreues Leben (keine wilden Ehen, keine Mischehen usw.) führen, solange weiß ich nicht, wer wen kontrolliert.

Sowieso: Solange Religionsgemeinschaften Grundbekenntnisse unserer freiheitlich demokratischen Gesellschaft nicht anerkennen und beispielsweise Homosexualität verteufeln, Frauenrechte in Frage stellen oder gar Holocaustleugner rehabilitieren oder für sich sprechen lassen,solange haben die meiner Meinung nach vielleicht mit staatlicher Überwachung zu rechnen und nicht mit Mitsprache am staatlichen Erziehungssystem.

Zum Schluss noch was zum Thema Redlichkeit: Der Herr Kardinal hat seine katholischen Schäfchen hier in der preussischen Diaspora per Brief aufgefordert, Pro Reli zu unterstützen. Edles Papier, Farbdruck mit Bildsche. Das kostet Geld. Sicher ein paar hundertausend Euro. Vor einigen Jahren noch war das katholische Erzbistum Berlin aber so klamm, dass sich der Herr Kardinal, ebenfalls per Brief, nicht zu schade war, bei seinen Schäfchen um extra Opfer abseits des Klingelbeutels zu betteln. Pleite, aber wenn wir Kulturkampf spielen können, die Kohle rausblasen für Hochglanzpropaganda. Da stimmem die Verhältnisse nicht.

Lasst die Kinder wenigstens in dieser Stadt gemeinsam und übereinander lernen. Weltanschauliche Trennungen gehören überwunden, nicht zementiert.

Auch 2009 geht es niemanden was an

Stoppt die Vorratsdatenspeicherung!

frohes fest

als ich vorhin noch kurz vor dem feiertagsbedingten sonderladenschluss schnell saft und mineralwasser kaufen war, waren außer mir nur verschleierte frauen und alkoholiker im discounter. vor dem laden räumten ein paar traurige gestalten den mülleimer leer, in der hoffnung noch etwas essbares zu finden. immerhin hatte es aufgehört zu regnen.

(ergänzend hierzu)

Intervalle

Ich hab ja echt neun Tage am Stück nix hier reingeschrieben. Mannmannmann, so geht das aber nicht.
(Mir isses aber gar nicht aufgefallen)

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