Vor dem Spiegel

Müde, ratlos, ungekämmt. So offen unperfekt. Daneben: Müde, rastlos ungekämmt. Wobei, viel zu kämmen, nun ja, wo denn? Und das andere geht gar nicht gleichzeitig? Eben. Und doch. Nervös. Ein Rat- und ein Rastlos. Zwei Nieten. Zum Ausrasten. Haha. Ausraten gibt es nicht. Anraten schon. Du sollst mich nicht mit deinem Rat schlagen. Aber andererseits: Ich weiß auch nicht weiter. Mittel- oder Seitenscheitel?

How to name your Schrebergarten properly

Da liegt doch der Hund begraben!

Märchenstunde 4: Der Wolf und die sieben Geißlein


(Quelle)

Sollte hier überhaupt noch irgendjemand lesen und sollte diese Person je nicht Spreeblick lesen (was ich sehr schade fände, ich bin nämlich gern Mitautor dort), dann mag diese Information neu sein:
Es gibt eine vierte Märchenstunde von Max und mir! Gut, eigentlich ist es die fünfte und sie ist auch nur eine halbe Stunde lang, auch weil ich das Märchen doof finde, aber hey!

Mehr erfahrt ihr im Podcast:
Märchenstunde 4 – Der Wolf und die sieben Geißlein

Märchenstunde 3: Vom Fundevogel

Irgendwo bei Sekunde 38 frage ich Max, ob die Aufnahme denn trotz des starken Windes okay werden würde und er sagt sowas wie “klar, kein Problem”. Jetzt, so einige Wochen später, wurde klar, was für ein großes Problem Wind auf einer zu leisen Aufnahme ist. Und so drehte Max an Filterchen, spielte mit Knöpfen und rettete was zu retten war. Also hier das Ergebnis, ohne große Umschweife, die dritte Märchenstunde, mit dem Märchen “Vom Fundevogel” (vorgeschlagen von lilly.). Mit Max und mir und dem Wind.

P.S.: Der fast schon märchenanalytische hintergründigere Teil des Gesprächs entstand unter dem Eindruck dieses Vortrags.

Märchenstunde 3 - Vom Fundevogel

Das Bild hat René märchenhaft für uns gezeichnet.

Männlich, bärtig, jung sucht.

Auf dem Politcamp09 war es DAS Flurthema. Nun tauchte es immer öfter in meiner Twittertimeline auf. Die deutsche Online-Elite prokrastiniert mit Onlinedating. OKCupid.com, der kostenlose Datingservice2.0 ist der neue heiße Shice.
Wobei, das Portal gibt’s ja schon eine Weile. Nur in Deutschland hat es angeblich erst gerade mal 100.000 User.
Das besondere daran ist übrigens, dass es so anders ist als übliche Datingseiten (achso…?). Das muss ich testen.
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terremoto

Ist schon komisch, mit unserem Mitgefühl. So richtig nahe gehen uns Sachen immer dann, wenn wir einen persönlichen Bezug haben.

1997 im September sind meine Tante und Onkel mit ihren damals kleinen Kindern in ihrem Ferienhaus in Umbrien. Die circa zweihundert Jahre alte Ruine und damit meine Verwandschaft überlebt das schwere Erdbeben, dessen Epizentrum keine 50 Kilometer entfernt ist und bei dem halb Umbrien und die Marchen inklusive unwiederbringlicher Kulturschätze in Trümmer zerfallen, viele Menschen Heim, Hab und Gut verlieren und 12 von ihnen sterben.

31. Oktober 2002. Seit rund vier Wochen lebe ich nun unweit von Pescara am Rande des Apennin. Ich befinde mich in einem Keller als die Erde bebt. Das Epizentrum liegt dieses Mal in Molise, rund 130 Kilometer entfernt. 30 Menschen, darunter eine komplette Grundschulklasse, sterben. Ich habe vom Hauptbeben nichts mitbekommen, vielleicht, weil Beben unter der Erde nicht so zu spüren sind? Ich weiß es nicht. Aber die Nachbeben reißen mich aus dem Bett, vom Schreibtisch. Dieses widerliche Schaukeln, wie auf einem Schiff, dass aber keines ist. Die Erfahrung, dass der Erdboden keine Sicherheit bietet. Viel unangenehmer: Das geht alles so schnell. Immer nur ein paar Sekunden. Gar keine rechte Zeit, was zu tun. Fliehen oder so. Ich wohne damals in einem mehrstöckigen Mietshaus an einem Steilhang. Unschönes Gefühl.
Dazu die Trauer um mich herum. Viele, mit denen ich hier zu tun habe, kommen aus Molise, haben Bekannte in San Giuliano di Puglia, wo die Kinder starben und auch sonst das Beben am schlimmsten war.

L’Aquila, wo nun die Erde bebt(e), liegt geographisch zwischen den beiden vorangegangenen Beben in Mittelitalien. Ich habe abgesehen von diversen Durchfahrten und einem Ausflug zum Gran Sasso keinen direkten Bezug dorthin. Aber drum herum. Zeitlich wie örtlich. Mir geht diese Katastrophe näher als andere. Unlogisch, so sind Emotionen.

Ich will helfen. Aber wie? Bei Facebook gibt es eine entsprechende Gruppe. Da kann ich mich solidarisch zeigen. Nun gut… Dort gibt es Adressen von Blutspendestationen in der Gegend. Ich bin aber in Berlin (wobei auch hier eine Blutspende helfen kann). Und es gibt ein Spendenkonto des Italienischen Roten Kreuz. Auslandsüberweisung nach Italien sind nicht so schwer. Immerhin.

Stroh zu Gold

… können wir zwar auch (noch) nicht machen, aber Sascha Lobo und wir von Twitkrit sind die Meister der Verwandlung von auf 140 Zeichen begrenzter Sprachkunst in einen bunten Abend aus Kalauern, pubertärem Humor, Insiderwitzen und versteckten Perlen.

Wir nennen das Twitterlesung. Und die gibt es das nächste Mal zur re:publica am Donnerstag. Und auch wenn die re:publica ausverkauft ist, wir lesen Tweets für alle!

Wie gesagt: am Donnerstag, ab 21 Uhr, in der Kalkscheune, schon wieder in Berlin.

Märchenstunde 2: Der Froschkönig

Es war einmal vor nicht allzulanger Zeit, da saß Max mit mir in meinem gemütliche Kaminzimmer und wir lasen wieder ein Märchen. Dieses Mal haben wir uns den Froschkönig vorgenommen. Und was soll ich sagen?

Dieses Märchen ist provokant, wenn nicht gar pervers. Schokierende Textanalyse plus wissenswerte Nebenfakten über die Brüder Grimm, griechische Lehnwörter, Äpfel und ein paar andere Dinge in unserer zweiten Märchenstunde.

Spring in der Stadt

Die ersten Tage, die so etwas wie frühlingshaft sein könnten, schaffen es ja regelmäßig, dass alle alle wieder aus ihren Löchern kommen und die meisten etwas netter schauen als in den Wochen und Monaten zuvor..

Gestern habe ich die erste arme Sau aus einer Drückerkolonne an der Wohnungstür abgewiesen. Den Winter über war Ruhe. Er war cooler als ich. “Jetz schaunse doch nich so schlecht jelaunt, der Herr, ick mach ihnen ja nüscht.”
Heute saßen am Gendarmenmarkt schon welche fürs Feierabendbier draußen. Ohne Heizdecke und sicher kälter als die Obachlosen, die seit zwei Tagen auf dem riesigen Abluftgitter auf meinem Heimweg sich die Hintern warm sitzen und eine gemütliche Party feiern.
Am Hauptbahnhof eine Clique Mädchen in Sommeroutfits gesehen. Sie nicht auf die Gefahr der Blasenentzündung hingewiesen.
Aber am besten fand ich den Freak, der am U-Bahnhof Friedrichstraße das Mikro in seiner Gewalt hatte und wirres Zeug laberte, statt das übliche “Einsteigen bitte - Zurückbleiben bitte”

Ich jedenfalls hab mich gefreut. Weiß nicht, ob ihr das nachvollziehen könnt.

Konterrevolutionär Pinkeln

rosaspuelungJedesmal, wenn ich vor der Personaltoilettentür stehe, vergesse ich, dass sich ihr Dasein als Personaltoilette dadurch auszeichnet, dass sie abgeschlossen ist. Dann zücke ich also den Schlüssel und denke beim Aufschließen, wie bescheuert ich hierarchisch organisierte Toiletten finde.
Wenn ich dann nach Verrichtung der Notdurft die Personaltoilette wieder verlasse, schließe ich brav wieder ab,weil ich aus Angst vor der Autorität nicht wage, gleiche Klos für alle zu schaffen.

Manchmal scheitert die Emanzipation von den Strukturen schon im Kleinen.

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